Das Kloster Chulevi
Das Kloster Chulevi (auch bekannt als Chule, Chulebi oder Tchule-Kloster) ist eine georgisch-orthodoxe Klosterkirche aus dem 14. Jahrhundert und liegt in der Nähe des kleinen Dorfes Patara Zanavi, etwa 4 km nördlich der Stadt Adigeni. Adigeni liegt 20 km westlich der Stadt Akhaltsikhe.
Der Name „Chulevi“ leitet sich vom altgeorgischen Wort „Churi“ ab, was so viel wie „verborgener Ort“ bedeutet. Das beschreibt das Kloster Chulevi ziemlich gut, denn die alte Kirche liegt versteckt im Wald hinter Patara Zanavi. Das georgische Wort „patara“ bedeutet „klein“.
Mittelalterlichen Quellen zufolge muss das Kloster Chulevi bereits im 11. Jahrhundert eine lebhafte Klostergemeinschaft gewesen sein. Vom einstigen Klosterkomplex ist heute nur noch die Klosterkirche mit einigen kleineren Nebengebäuden erhalten. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut und war knapp zwei Jahrhunderte lang eines der wichtigsten religiösen und kulturellen Zentrum Südgeorgiens.
Das Kloster Chulevi ähnelt in Form und Größe den nahe gelegenen Kirchen von Zarzma und Sapara und weist den typischen kreuzförmigen Grundriss mit einem Tambour als höchstem Bauelement der Dachkonstruktion auf. Ein Tambour hat die Form eines aufrechtstehenden Zylinders ist zumeist mit 12 schmalen Fenstern als Symbol für die 12 Apostel Christi ausgestattet. Im Falle der Klosterkirche Chulevi sind 6 Fenster echt und 6 blind.
Im Inneren der Kirche verrät eine Inschrift in der mittelalterlichen georgischen Asomtavruli-Schrift den Namen des Künstlers Arsen, der 1381 das Fresko der Klosterkirche gemalt hat. Restaurierte Teile des Freskos sind heute noch zu sehen und zeigen unter anderem ein Gruppenporträt der berühmten georgischen Adelsfamilie der Jakeli, die viele Jahrhunderte lang Schutzherren des Klosters waren.
Als das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert die Region Samtshke-Javakheti eroberte, wurde das Kloster Chulevi, wie die meisten anderen Kirchen und Klöster vor Ort, verlassen und dem Verfall preisgegeben. Dennoch gelang es der lokalen Bevölkerung, die Kirchenglocken und einige andere Kirchengegenstände zu retten, indem sie sie in den Wäldern rund um das Kloster vergruben.
Während der Zeit der sowjetischen Herrschaft über Georgien unternahmen Architekten zunächst in den 1930er und dann erneut in den 1970er und 1980er Jahren einige erfolglose Versuche, den Komplex des Klosters Chulevi wiederherzustellen. Während des Prozesses gingen mehrere Konstruktionsdetails verloren und die meisten ursprünglichen Gebäude des Komplexes verschwanden vollständig.
Die Glocken der Klosterkirche Chulevi wurden in den 1980er Jahren zufällig bei Arbeiten in den umliegenden Wäldern wiederentdeckt. Zunächst spendete man sie dem Museum in Akhaltsikhe, aber im Oktober 1999, einige Jahre nach dem Fall der Sowjetunion, wurde der Klosterbetrieb in Chulevi wieder aufgenommen und die Glocken kehrten an ihren ursprünglichen Einsatzort zurück.
Im Jahr 2003 begann man schließlich mit systematischen Renovierungs- und Wiederaufbauarbeiten der Überreste der ursprünglichen Klosteranlage von Chulevi. Die Kirche wurde weitgehend in Stand gesetzt, ebenso die erhaltenen Nebengebäude als Wohnhäuser für die Mönche adaptiert und man restaurierte das monumentale Steinkreuz am Eingangstor.
Anreise:
Das Kloster Chulevi liegt in der Nähe des kleinen Ortes Patara Zanavi, ungefähr 4km nördlich von Adigeni. Adigeni liegt 30km westlich von Akhaltsikhe an der Hauptstraße ს 8 (S 8). Anreise mit dem Taxi aus Adigeni ca. 15 min (5 GEL), aus Akhaltsikhe ca. 45 min (20-25 GEL).
Entfernungen:
Akhaltsikhke - Patara Zanavi: 34km | Adigeni - Patara Zanavi: 4km
Öffnungszeiten und Preise:
Das Kloster Chulevi kann jederzeit besichtig werden, der Eintritt ist frei.
Picture credits: SJDC
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.