Königin Tamar

Königin Tamar von Georgien

Königin Tamar war die erste weibliche Herrscherin Georgiens. Sie war die ältere Tochter König Georgs III., der sie im Jahr 1178 zu seiner Co-Regentin machte. Nach Georgs Tod 1184 folgte ihm Tamar auf den Thron und regierte Georgien bis zu ihrem Tod im Jahr 1213.  

Von Beginn an hatte Tamar als erste weibliche Herrscherin ihres Landes mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Obwohl als “König” und nicht als “Königin” gekrönt, wurde die Legitimität ihrer Herrschaft von weiten Teilen des Georgischen Adels in Frage gestellt.  

Um die zunehmend bedrohliche Situation etwas zu beruhigen, heiratete Tamar, sehr zu ihrem eigenen Missfallen, 1185 den russischen Prinzen Yuri. Aber bereits zwei Jahre später ließ sie sich von dem Russen, der sofort versucht hatte, die Herrschaft an sich zu reißen, wieder scheiden und verwies ihn des Landes.  

1191 heiratete Königin Tamar ein zweites Mal, diesmal einen Mann ihrer eigenen Wahl: Prinz David Soslan, mit dem sie zwei Söhne hatte, Georg IV. Lasha and Rusudan, die beide nacheinander den Thron Georgiens bestiegen.

Königin Tamar wird als Frau von außergewöhnlicher Intelligenz, Willenskraft und Ausdauer beschrieben. Sie entstammte, so wie ihr Vater König Georg III., der georgischen Adelsdynastie der Bagratiden, einer der ältesten christlichen Herrscherfamilien der Geschichte. Die Bagratiden herrschten in Georgien bis ins frühe 19. Jahrhundert.  

Unter der Herrschaft Königin Tamars vergrößerte sich das Einflussgebiet Georgiens bis zur heutigen Türkei und dem Kaspischen Meer. Auch aus diesem Grund wird die Regierungszeit Königin Tamars von 1184 bis 1213 als das „Goldene Zeitalter Georgiens“ bezeichnet. Aber es war auch eine Zeit der kulturellen Hochblüte, auf Geheiß Königin Tamars verfasst der Nationaldichter Shota Rustaveli das weltbekannte georgische Nationalepos “The Knight in the Panther's Skin”, zu Deutsch „Der Ritter im Tigerfell“.  

Historikern zufolge lebte Königin Tamar auch für kurze Zeit im Höhlenkloster Vardzia. Von 1193 bis 1195 leitete sie während eines militärischen Konflikts mit den Seldschuken von hier aus die Regierungsgeschäfte. Gleichzeitig ließ sie den Komplex um- und ausbauen und widmete die ursprünglich von ihrem Vater für militärische Zwecke geplante Höhlenstadt in ein Kloster um, das bis zu 2000 Mönchen Platz bot.

Bildrechte: DMO

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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