Das Höhlenkloster Vardzia
Vardzia (oft auch “Wardsia” geschrieben) ist ein großer, an einer Bergflanke gelegener Höhlenkomplex am linken Ufer des Flusses Mtkwari (türkische Bezeichnung: Fluss Kura) und befindet sich ca. 30 Kilometer südlich der Stadt Aspindza.
Das Vardzia Höhlenkloster ist neben der Festung Akhaltsikhe die bekannteste Touristenattraktion der Region Samtskhe-Javakheti. Obwohl ein kleiner Teil des Klosters auch heute noch von Mönchen bewohnt wird, kann der Großteil der eindrucksvollen Anlage besichtigt werden.
Der Bau des Höhlenklosters erfolgte in der zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts unter König Georg III und seiner älteren Tochter und Nachfolgerin Königin Tamar. Der weitläufige Komplex verfügt über einige hundert in den Fels gehauene Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume sowie 12 Kirchen, darunter die Kirche Mariä Himmelfahrt aus dem späten 12. Jahrhundert mit gut erhaltenen, farbigen Fresken.
So riesig das Höhlenkloster Vardzia heute auch erscheinen mag – die ursprüngliche Anlage war noch viel größer. Im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert lebten hier in der Höhlenstadt nicht nur bis zu 2000 Mönche, es gab knapp 3000 Wohnungen für bis zu 50.000 Menschen, dazu Ställe, Bäder, Weinkeller und ein Wasserversorgungssystem.
1283 wurde die Region um Vardzia von einem schweren Erdbeben erschüttert und große Teile des Höhlenklosters stürzten ein. Heute sind noch etwa 750 Räume auf 900 Quadratmetern erhalten.
Um die Mitte des 16. Jahrhunderts eroberte das Osmanische Reich weite Teile der Region und während der darauffolgenden, jahrhundertlangen Herrschaft der Türken wurden viele Kirchen und Klöster verlassen und zerstört. Auch das Höhlenkloster Vardzia war lange Zeit dem Verfall preisgegeben, erst seit Ende der Sowjetära in den frühen 1990er Jahren wird ein kleiner Teil der Anlage wieder von Mönchen bewohnt. Dieser Teil des Höhlenklosters Vardzia ist von den öffentlich zugänglichen Teilen streng abgetrennt, um den Tagesablauf der Mönche nicht zu stören.
Das Vardzia Höhlenkloster ist Teil des georgischen Kulturerbes, im Jahr 2007 wurde die Anlage zusammen mit der erweiterten Region Vardzia-Khertvisi für eine künftige Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes empfohlen.
Anreise:
Von Aspindza kommend fährt man bis Khertvisi auf der Hauptstraße ს 11 und biegt dann rechts auf die gut ausgebaute Regionalstraße შ 58 ab, die nach ca. 15km direkt zum Höhlenkloster Vardzia führt. Anreise ist mit Taxi oder Minibus möglich. Nimmt man den Minibus aus Aspindza, sollte man sich in jedem Fall aber versichern, ob und wann wieder auch einer zurückfährt.
Sich für die Anreise einen eigenen Wagen mit Fahrer zu mieten, hat in diesem Fall zwei Vorteile: erstens kann man auf dem Weg von Aspindza einen Zwischenstopp bei der 2000 Jahre alten Festung Khertvisi einlegen, dem zweiten Hotspot in der Gegend. Und man kann zweitens kurz vor Erreichen des Parkplatzes einen weiteren kurzen Stopp einlegen, bevor die Straße den Fluss Mtkwari überquert: vom Vardzia Cavetown Viewpoint aus hat man Sicht auf den gesamten Höhlenkomplex und kann, gutes Wetter vorausgesetzt, hervorragende Fotos machen.
Öffnungszeiten und Preise:
Die touristische Infrastruktur um das Höhlenkloster Vardzia ist für georgische Verhältnisse relativ gut ausgebaut. Vor dem Eingang zur Anlage befindet sich ein großer Parkplatz mit Ticketschalter, einigen Shops und es gibt auch, sofern man einen mehrtätigen Besuch plant, einige Gästehäuser, zwei Hotels und Restaurants.
Der Zutritt zum Höhlenkloster Vardzia kostet 5 GEL, die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:00, von Mai bis November jeweils bis 19:00. An Montagen ist das Höhlenkloster Vardzia geschlossen.
Wichtige Hinweise:
Da die Anlage aus in den Berghang gehauenen Höhlen samt Verbindungsgängen besteht, sollte man sich auf einiges an Kletterei einstellen. Vom Ticketschalter bis zum eigentlichen Eingang sind es knapp 10 Minuten zu Fuß, dieses Stück bergauf kann auch per Minibus (2 GEL) zurückgelegt werden. In jedem Fall aber ist für den Besuch des Höhlenklosters Vardzia festes Schuhwerk angesagt. Flipflops sind trotz manchmal hoher Temperaturen im Sommer keine gute Idee. Für den Besuch sollte man zumindest 2 Stunden einplanen.
Bildrechte: beyondarts GmbH
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.