Kirche und Festung von Saro
Das Dorf Saro liegt an der Hauptstraße ს 11 (S 11) ca. 10 km südlich von Aspindza. Ungefähr 4 Kilometer, bevor man die Festung Khertvisi erreicht, biegt eine schmale Schotterstraße nach links ab, nach weiteren 2 Kilometern erreicht man Saro.
Das kleine Dorf Saro ist mit seinen Ruinen und Ensembles aus Megalith Steinen ist ein faszinierender Schmelztiegel georgischer Geschichte, die bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Das kulturelle Highlight von Saro ist eine gut erhaltene Kirche aus dem 7. und 8. Jahrhundert.
Die ursprüngliche Bevölkerung der Region Samthske-Javakheti waren die „Mescheten“, die sich bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. in der Gegend niederließ. Archäologische Ausgrabungen in der Nähe von Saro zeigen, dass das Dorf und seine Umgebung höchstwahrscheinlich seit dem frühen 1. Jahrtausend besiedelt waren.
Die Überreste der meskhetischen Häuser in Saro stammen aus dem 7. und 8. Jahrhundert. Aufgrund des trockenen und rauen Klimas waren die Häuser der Region Samthske halb unterirdisch und größtenteils aus Stein gebaut. Und sie hatten eine einzigartige Deckenkonstruktion, die aufgrund ihrer Form auch als „Schwalbennest“ bezeichnet wird. Das Gewölbe war zumeist in Form einer Pyramide mit einer abgestuften Reihe von behauenen Baumstämmen und Balken konstruiert, um Sonnenlicht herein- und gleichzeitig den Rauch der Feuerstelle hinauszulassen.
Als zusätzliche zentrale Elemente kommen im Innenraum Holzsäulen zum Einsatz, die nicht nur für die Stabilität des Hauses wichtig sind, sondern auch dekorativen Charakter haben, der oft durch geschnitzte Muster betont wird. Für den Innenraum eines traditionell gebauten Hauses der Region mit Säulen und „Schwalbennest“-Dach wird in Georgien auch der Begriff „Darbazi“ verwendet.
Diese Art der Architektur muss bereits den Römern bekannt gewesen sein, denn der römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio hat in sein berühmtes Meisterwerk „De Architectura“, das einzig bekannte antiken Werk über Architektur, die Beschreibung eines Darbazi aufgenommen.
In Georgien wurden Häuser mit lokalen Darbazi-Variationen bis ins 20. Jahrhundert hinein gebaut.
Für einen Besuch im Dorf Saro empfehlen wir, unabhängig von der Jahreszeit, festes Schuhwerk und warme Kleidung, da Saro auf knapp 1500 Meter Seehöhe liegt. Aber erwischt man Saro an einem klaren, sonnigen Tag, nehmen die riesigen Steinblöcke einen gelben Glanz an und man wird mit spektakulären Panoramablicken belohnt.
Anreise:
Saro Village is located some 10km south of the city Aspindza, when you take the main road ს 11 (S 11) from Aspindza to Khertvisi Fortress and Vardzia cave Monastery. About 2km before you reach Khertvisi Fortress, a small cobble road turns left and leads you right to Saro Village. A taxi from Akhaltsikhe takes app. 40 minutes (30 GEL), a minibus app. 1 hour (4 GEL).
Entfernungen:
Akhaltsikhe - Saro: 46km | Aspindza - Saro: 17km
Öffnungszeiten und Eintrittspreise:
Der Besuch des Dorfes Saro ist jederzeit möglich, sowohl die Kirche als auch die Überreste der Festung können kostenlos besichtigt werden.
Wichtige Hinweise:
In Saro gibt es kaum touristische Infrastruktur, lediglich einen Shop, der traditionelles Handwerk der Region sowie Wasser und kleinere Snacks verkauft.
picture credits: beyondarts GmbH
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.