Der Heilige Andreas in Georgien
Andreas “der Erstberufene”
Nach dem Neuen Testament war Andreas ebenso wie sein Bruder Petrus einer der Jünger Jesu. In Georgien wird Andreas auch als „der Erstberufene“ bezeichnet.
Die georgische religiöse Tradition betrachtet ihn nicht nur als den ersten Prediger des Christentums in Georgien, sondern auch als den Gründer der georgisch-orthodoxen Kirche selbst. Nach orthodoxer Tradition ist der kirchliche Nachfolger des Heiligen Andreas der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel.
Frühe Quellen wie der gallo-römische Historiker Gregor von Tours geben an, dass der Heilige Andreas um das Jahr 10 v. Chr. in Galiläa im heutigen Israel geboren wurde. Wie sein Bruder war er Fischer und soll an einem X-förmigen Kreuz gekreuzigt worden sein, das als heute als „Andreaskreuz“ bekannt ist. Die Kreuzigung fand in der griechischen Stadt Patras statt, wo die Reliquien des Heiligen Andreas in der ihm gewidmeten Kathedrale aufbewahrt werden.
Die georgisch-orthodoxe Kirche feiert zwei Tage zu Ehren des Heiligen Andreas, den 12. Mai und den 13. Dezember.
Mittelalterliche georgische Quellen besagen, dass die ehemalige Ikone der Kirche in Atskuri, die Madonna Hodegetria, vom Heiligen Andreas persönlich nach Georgien gebracht worden sein soll. Und die Quellen erwähnen auch, dass jene Ikone im Jahr 627 vom byzantinischen Kaiser Heraclius auf dessen Weg in den Krieg gegen die Perser in Atskuri aufgesucht wurde.
Heute befindet sich die ehemalige Ikone der Atskuri Kirche, eine ikonografische Darstellung der Gottesmutter Maria mit ihrem Sohn Jesus, im Kloster Gelati, einer UNESCO Weltkulturerbestätte im Westen Georgiens.
Picture credits: Archiv der Georgian National Library
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.