Die Festung Atskuri

Nur einige hundert Meter von der ehemaligen Kathedrale in Atskuri entfernt, thront auf einem kleinen Hügel das andere Wahrzeichen der Ortes: die Festung Atskuri, oder besser gesagt, deren Überreste.

Die Festung, deren Überreste auch heute noch beeindruckend wirken, wurde im 10. Jahrhundert etwa zur selben Zeit wie die Kathedrale von Atskuri errichtet. Zweck der Anlage war die Kontrolle des Mtkvari-Tales und einer bedeutenden Handelsstraße zwischen Borjomi und Akhaltsikhe.     

Als 1283 ein schweres Erdbeben die Region Samtskhe-Javakheti erschütterte, wurde die Festung Atskuri, ebenso wie die Kathedrale, größtenteils zerstört, aber unmittelbar nach dem Beben wieder aufgebaut.

Im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts zerfiel Georgien in mehrere kleinere Königreiche, die durch wiederholte Angriffe des persischen und osmanischen Reiches weiter geschwächt wurden. Dennoch: die wiederaufgebaute Festung Atskuri überstand auch diese stürmischen Zeiten. 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stand die befestigte Anlage erneut im Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen: während des russisch-türkischen Krieges 1828 und 1829 hatte der russische General Iwan Paskevitsch den Auftrag, möglichst viele türkische Truppen durch Belagerung und Eroberung von Festungen und Burgen zu binden. Unter den Festungen, die noch von Statthaltern des Osmanischen Reiches gehalten wurden, waren auch die Festungen Atskuri und Akhaltsikhe, nur etwa 15 km südwestlich von Atskuri.

Am 17. August 1828 fiel die Festung Akhaltsikhe an die Russen, nachdem General Paskevich die Burg tagelang belagert hatte. Dann wandte er sich nach Nordosten und nahm die Festung Atskuri ein, die immer noch ein wichtiger strategischer Verteidigungspunkt war und das Tal des Flusses Mtkvari beherrschte.

Der russisch-türkische Krieg wurde schließlich mit dem Vertrag von Adrianopel im September 1829 beendet. Das russische Zarenreich erhielt einen neuen Zugang zum Schwarzen Meer und zum Donaudelta und Serbien und Griechenland wurden unabhängig. Der Vertrag öffnete auch die Dardanellen für die Handelsschifffahrt.

Die Dardanellen sind eine schmale Wasserstraße im Nordwesten der Türkei von strategischer Bedeutung, die nicht nur Europa von Asien trennt, sondern auch das Marmarameer mit dem Mittelmeer verbindet und über den Bosporus den Durchgang zum Schwarzen Meer ermöglicht.

Heute sind von der Festung Atskuri nur noch Ruinen übrig, einige der zahlreichen Bauschichten, die im Laufe der Jahrhunderte aufgetragen wurden, sind immer noch klar zu erkennen. Die Zitadelle, der innerste Teil einer Burg und oft selbst eine kleine Burg, markiert den höchsten Punkt.

Die Festung Atskuri liegt auf einem kleinen Berg, aber obwohl sie schwer zugänglich ist und die innere Burg nur durch einen engen, in den Felsen gehauenen Tunnel erreicht werden kann, lohnt sich der Aufstieg. Die Aussicht auf die Umgebung gibt eine Vorstellung davon, warum die Festung Atskuri über Jahrhunderte hinweg von enormer strategischer Bedeutung für die gesamte Region war.

Die Festung Atskuri wurde im Jahr 2006 per Präsidialdekret in die Kategorie eines „Kulturdenkmals von nationaler Bedeutung Georgiens“ erhoben.

Picture credits: beyondarts GmbH

Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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