Die Festung Khertvisi
Die Festung Khertvisi ist eine beeindruckende, teilrestaurierte Burg und eine der ältesten Burgen in ganz Georgien. Sie liegt im gleichnamigen kleinen Dorf, etwa eine Autostunde, rund 50 km südöstlich der Stadt Akhalzikhe mit der gleichnamigen Festung, auch bekannt als „Rabati Castle“.
Auf dem Weg von Akhalzikhe in Richtung des berühmten Höhlenklosters Vardzia kann man hier Station machen, denn bei Khertvisi biegt man von der Hauptstraße ს 11 (S 11) auf die Regionalstraße შ 58 (SCH 58) ab. Um Vardzia zu erreichen, muss man mit dem Auto weitere 13 km in Richtung Süden fahren.
Die Festung Khertvisi liegt auf einem Hügel am Zusammenfluss der Flüsse Mtkvari und Paravani und überblickt die enge Schlucht. Das erklärt ihre strategische Bedeutung im Laufe der Jahrhunderte, da sie als starker Befestigungsposten eine wichtige Handelsstraße kontrollierte, die vom Byzantinischen Reich in Richtung Kaukasus führte. Und der Name „Khertvisi“ selbst ist ein Hinweis darauf, dass es sich um den Treffpunkt zweier Flüsse handelt.
Die befestigte Anlage besteht aus einer langgestreckten Burg mit restaurierter Außenmauer und zwei Wachtürmen, einem fünfeckigen und ein viereckigen. Im Inneren der Burg befindet sich die Zitadelle, eine kleine Burg innerhalb der Festung, die St.-Georgs-Kirche aus dem 10. Jahrhundert und die Überreste eines Tunnels, der von der Burg zum darunter liegenden Fluss führte. Im Falle einer Belagerung konnten die Verteidiger durch den Tunnel ungesehen Nahrung und Wasser in die Burg bringen.
Während heute die vollständig restaurierte Festung in Akhalzikhe die berühmtere Burg der Region ist, ist die Festung Khertvisi mehr als 1000 Jahre älter.
Die ältesten Bausubstanzen stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr., aber schon davor stand an gleicher Stelle eine kleine Stadtburg. Der Legende nach zog hier Alexander der Große während seines Ostfeldzugs im 4. Jahrhundert v. Chr. durch.
Die heutigen Mauern wurden im 14. Jahrhundert errichtet. Laut der Inschrift auf einem Stein, der in der Festung gefunden wurde, ließ Zakari Kamkamishvili, ein Schatzmeister und Vasall der herrschenden Jakeli Familie, um 1355 bedeutende Umbauten vornehmen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Festung Khertvisi mehrmals zerstört: durch die Invasion der Mongolen im 13. und erneut durch das Osmanische Reich im 16. Jahrhundert. Erst nach dem Ende des russisch-türkischen Krieges im Jahr 1829 wechselte die Festung Khertvisi erneut den Besitzer. Diesmal wurde die Region vom Russischen Reich annektiert und im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Khertvisi zu einer Militärbasis für russische und georgische Truppen, die aber langsam ihre strategische Bedeutung verlor.
Da die Festung Khertvisi im Vergleich zur wesentlich bekannteren Festung in Akhaltsikhe deutlich weniger Besucher anzieht, entschloss man sich im Jahr 2018 die touristische Infrastruktur rund um die Burg zu verbessern: man verlegte einen Zufahrtsweg, restaurierte das Burgtor, baute Parkplätze und Sanitäranlagen und mittlerweile gibt es auch ein kleines Café. Wenn Sie sich für einen Besuch der Festung Khertvisi entscheiden, empfehlen wir zu jeder Jahreszeit festes Schuhwerk, da einige der Pfade steil und schmal sind.
Im Oktober 2007 wurde die Festung Khertvisi zusammen mit dem Höhlenkloster Vardzia für eine künftige Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes vorgeschlagen.
Anreise:
Die Festung Khertvisi ist, aus Richtung Akhaltsikhe und Apsindza kommend, an der Kreuzung der Hauptstraße ს 11 mit der Regionalstraße შ 58. Mit dem Taxi ca. 1 h von Akhaltsikhe (50 GEL), von Aspindza ca. 20 min (15 GEL).
Entfernungen:
Akhaltsikhe - Khertvisi: 47km | Aspindza - Khertvisi: 17km
Öffnungszeiten und Preise:
Die Festung Khertvisi ist Mo – So geöffnet. Im Sommer von 10-19 Uhr, im Winter von 10-18 Uhr. Erwachsene zahlen 10 GEL Eintritt, Kinder haben freien Eintritt. Gezahlt werden kann bar oder mit Kreditkarte.
Führungen:
In der Festung Khertvisi wird (zumindest im Sommer) professioneller Guide Service angeboten. Sprachen: Georgisch, Russisch, Englisch. Kosten ca. 25-30 GEL, gezahlt warden kann bar oder mit Kreditkarte.
Wichtige Hinweise:
Die touristsiche Infrastruktur wurde ab dem Jahr 2018 dueltich verbessert. Mittlerweile gibt es Parkplätze, Sanitäranlagen, einen Minimarkt und auch ein paar einfache Guesthouses für Übernachtungen. Für den Besuch der Festung Khertvisi empfehlen wir zu jeder Jahreszeit festes Schuhwerk.
Picture credits: beyondarts GmbH
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.