Die Moschee Akhmedia
Eines der beeindruckendsten Bauwerke innerhalb der Festung Akhaltsikhe ist die Moschee Akhmedia. Sie wurde 1752 von Ahmed Pascha Jaqeli errichtet, der sich offiziell der Dienste italienischer Architekten bediente.
Ahmed Pascha aus der georgischen Herrscherfamilie der Jaqeli war Gouverneur von Akhaltsikhe von 1745 bis 1758. Zu dieser Zeit stand die Stadt unter türkischer Herrschaft. Einer Legende zufolge waren für den Bau der Moschee nicht italienische, sondern georgische Architekten verantwortlich, die man aber, da ihr Bauwerk zu sehr der berühmten Hagia Sofia in Istanbul ähnelte, zum Tode verurteilte.
Die Moschee Akhmedia wurde auf den Ruinen eines christlichen Tempels errichtet und Bauherr Ahmed Pasha Jaqeli verlieh seiner Moschee einige christliche Elemente, etwa 12 Fenster als Symbol für die 12 Apostel Christi. Gleichzeitig ließ er aber auch eine „Madrasa“ oder „Medrese“ genannte, religiöse Schule der Islamwissenschaften samt Bibliothek errichten.
Die Gründe dafür liegen in der historischen Anpassungsfähigkeit der Jaqeli Familie. Ursprünglich christlichen Glaubens, konvertierten die Jaqelis nach der Eroberung Akhaltsikhes durch die Türken 1578 zum Islam, wurden zu Statthaltern des Osmanischen Reiches und konnten so weiter über Akhaltsikhe herrschen.
Als die Stadt 1828 von einer russisch-georgischen Armee unter General Ivan Paskevich von den Türken zurückerobert wurde, wandelte man die Moschee Akhmedia in eine orthodoxe Kirche um.
Heute ist das aus mächtigen Steinquadern errichtete Gebäude wieder eine Moschee. Das Minaret, das an der rechten hinteren Ecke der Moschee platziert wurde, hat exakt dieselbe Höhe wie das Hauptgebäude mit seiner strahlend goldenen Kuppel.
Apropos goldene Kuppel: Experten streiten bis heute darüber, ob die goldene Farbe des in den Jahren 2011 und 2012 aufwändig restaurierten Daches historisch authentisch ist.
Wie dem auch sei, es lohnt sich in jedem Fall, auch einen Blick in das Innere der Moschee zu werfen, das mit wunderschönen, teils in originale Form erhaltenen Mosaiken überrascht. Und mit ebenfalls ausgestellten, christlichen Artefakten, als stumme Zeugen der wechselhaften Geschichte der Moschee Akhmedia.
Bildrechte: Cultural Department of Akhaltsikhe Municipality (SJDC)
Projekt “Increased regional added value in the tourism sectors of Georgia by Digital Heritage Tourism Guides”, gefördert durch die Austrian Development Agency (ADA) aus Mitteln der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.