Das antike Salona
Aufstieg und Untergang einer Stadt
Das antike Salona hatte in historischer Zeit eine erheblich höhere Bedeutung als die heutige Kleinstadt Solin. Ursprünglich eine befestigte Hafenstadt der illyrischen Delmaten, wurde Salona im 4. Jahrhundert v. Chr. von den Griechen eingenommen. Die Stadt hatte eine strategisch günstige Lage am Fluss Jadro an der Kreuzung zwischen der Küstenstraße und einem über die Schlucht von Klis ins Inland führenden Weg.
Julius Caesar erhob Salona Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. in den Rang einer römischen Kolonie (Colonia Martia Iulia Salona) und machte sie zum Verwaltungszentrum der gesamten damaligen Provinz Illyrien (später Dalmatia). Durch den römischen Kaiser Diokletian, der wahrscheinlich selbst aus Salona stammte, erhielt die Stadt als Ehrentitel den Familiennamen des Kaisers: „Valeria“. Von 475 bis 480 residierte hier der letzte legitime weströmische Kaiser Julius Nepos.
Zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert war Salona ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums, wovon viele archäologische Fundstätten zeugen. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung soll die Stadt etwa 70.000 Einwohner – die dreifache Einwohnerzahl der heutigen Stadt gehabt haben. Ende des 5. Jahrhunderts wurde Salona Teil des Ostgotenreichs unter Theoderich. 535 eroberte der oströmische Feldherr Mundus die Stadt für Kaiser Justinian.
Im frühen 7. Jahrhundert wurde Salona von den Awaren und Slawen erobert. Keine zeitgenössische Quelle berichtet über den Fall der Metropole Dalmatiens. Noch um 600 stand Papst Gregor mit der Stadt in Kontakt um eine kirchliche Streitfrage zu klären. Münzfunden und der Interpretation späterer Quellen zufolge, dürfte Salona etwa zwischen 611 und 626 gefallen sein. Im Jahr 640/41 wurden Gefangene aus Dalmatien freigekauft, was eher für einen späteren Zeitpunkt der Eroberung spricht. Danach verlor Solin seine Bedeutung an die benachbarte Stadt Split. Etwa ab der Mitte des 7. Jahrhunderts war die Bevölkerung nahezu vollständig dorthin abgezogen.