Alteingesessene und Neubürger

Alteingesessene und Neubürger

Viele Arten des mitteleuropäischen Kulturlands stammen ursprünglich aus dem Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds und Südeuropa. Oft handelt es sich um „Unkräuter“, die im Zuge der Ausbreitung der Landwirtschaft mit den Kulturpflanzen nach Europa eingewandert sind. Sie besiedeln hier vor allem vom Menschen geprägte Lebensräume. Beispiele sind der Klatschmohn oder die Kornblume, die ursprünglich nicht in Österreich heimisch waren, aber mittlerweile zur typischen Flora gehören. Auch verwilderte Nutzpflanzen wie der Färberwaid gehören zu diesen „Archäophyten“, also Pflanzen, die vor langer Zeit eingewandert und mittlerweile heimisch sind.

Im Gegensatz zu den Archäophyten sind „Neophyten“ Arten, die erst nach 1492 „neu“ eingewandert sind. Mit der Entdeckung Amerikas und der Erschließung neuer Handelsrouten wurden immer mehr Pflanzen um den Erdball transportiert und besiedelten neue Orte. Einige dieser Neophyten wurden von Botanischen Gärten als Zierpflanzen nach Europa eingeführt. Manche von ihnen entkamen aus der Kultur und bereiten heute als „invasive“ Arten Probleme, da sie sich stark vermehren und heimische Arten verdrängen. Beispiele sind der Götterbaum oder die Kanadische Goldrute. Mittlerweile dürfen bestimmte „invasive“ Arten wie das Drüsige Springkraut nicht mehr in Botanischen Gärten kultiviert werden, um ihre unabsichtliche Verbreitung zu verhindern.

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