Alpinum
Auf fast 1.000 m² Fläche werden rund 800 Arten aus den Gebirgen der Welt kultiviert. Das Alpinum beherbergt Arten aus Europa, Asien und Nord-Amerika von der montanen bis zur alpinen Höhenstufe (350 m – 2.300 m Seehöhe). Die Pflanzen sind nach ihrer geografischen Verbreitung und nach ihren Bodenansprüchen angeordnet. Manche Arten wachsen etwa nur auf Kalkgestein, andere nur auf Silikat.
Die Kultur von Gebirgspflanzen im Botanischen Garten ist nur dank der Expertise unserer Gärtner*innen möglich. Das in Wien vorherrschende heiß-trockene Klima stellt eine große Herausforderung dar. Im Wiener Winter fehlt den Pflanzen eine beständige Schneedecke. Die Sommer sind durchwegs zu heiß, in den immer häufiger auftretenden Tropennächten fehlt außerdem die Taubildung. Während nordische und alpine Arten unter solchen Bedingungen schlecht wachsen, lassen sich Arten aus den Gebirgen des Mittelmeerraums im Wiener Klima zum Teil überraschend gut kultivieren.
Viele der hier gezeigten Pflanzen wurden zuvor von Wissenschaftler*innen des angrenzenden Departments für Botanik und Biodiversitätsforschung untersucht. Die Kolleg*innen sind maßgeblich an der Erforschung der Pflanzenwelt der Alpen beteiligt. Sie untersuchen die verwandtschaftlichen Beziehungen der Alpenflora, ihre Verbreitung und die unterschiedlichen Pflanzengesellschaften, die von Alpenpflanzen gebildet werden. Nach Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen werden manche der Alpenpflanzen im Alpinum ausgepflanzt. Bei vielen dieser Pflanzen ist genau dokumentiert, wann und wo sie in der Natur gesammelt wurden. Die genaue Dokumentation der Herkunft ist ein wichtiges Merkmal botanischer Sammlungen.
