Die Winterreitschule als Konzertsaal
Das Geheimnis liegt im Dach
Nicht erst seit dem Gründungskonzert der Gesellschaft der Wiener Musikfreunde, das 1812 in der Winterreitschule der Wiener Hofburg stattfand, ist klar: Die barocke Halle der Winterreitschule besitzt eine ausgezeichnete Akustik.
Der Grund dafür liegt in der einzigartigen Dachkonstruktion, die nach Entwürfen des Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656–1723) unter der Leitung seines Sohnes, Joseph Emanuel Fischer von Erlach (1693–1742), bis 1735 verwirklicht wurde. Wie im Bild oben zu erkennen, gliedert sich das imposante hölzerne Dachwerk in drei Geschoße über dem Saal der Winterreitschule auf. Unterhalb der eigentlichen Decke wurde, an roh behauenen Holzpfosten montiert, eine abgehängte Decke eingezogen. Dieser Zwischenraum fungiert als Resonanzkörper und ist für die einzigartige Akustik der Winterreitschule verantwortlich.
Die originale hochbarocke Holzkonstruktion besteht aus über 2000 Einzelteilen und kann heute im Rahmen einer Spezial-Führung besichtigt werden.