Restaurierung

Die Restaurierung der Redoutensäle

Wiederherstellung oder Neugestaltung?

Nach dem Brand im November 1992 zog man traurige Bilanz: die Stuckdecke des Großen Redoutensaales aus dem Jahr 1892 war völlig zerstört, die gesamte barocke Dachstuhlkonstruktion eingestürzt und verbrannt, ein großer Teil des figuralen Attikadekors war auf die Straße gestürzt. Ausstattungselemente wie die massiven Eichenholzböden und die 120 Jahre alten Deckenleuchter waren unwiederbringlich verloren.

Im Kleinen Redoutensaal war das Schadensausmaß geringer, etwa ein Drittel des Deckenstucks fehlte, die noch vorhandenen Kamine mussten aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. In der Winterreitschule, den Stallungen sowie im westlichen Wandbereich des Prunksaals der Nationalbibliothek waren Schäden durch das Löschwasser entstanden. Der Gesamtschaden belief sich auf rund 70 Millionen Euro.

Dennoch hatte man Glück im Unglück: Präsidententrakt und Schatzkammer waren verschont geblieben, die wertvollen Exponate der Österreichischen Nationalbibliothek rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden.

Die Frage Wiederherstellung oder Neubau entfachte eine hitzige Diskussion: Schließlich entschied man sich, nur das zu restaurieren, was erhalten geblieben war, alles andere aber zeitgenössisch zu gestalten.

Der weniger zerstörte Kleine Redoutensaal wurde originalgetreu wiederhergestellt. Und zwar mit einer Weltpremiere: zum ersten Mal konnte brandbeschädigter Stuck restauriert werden. Der Große Redoutensaal wurde mit Ölgemalden von Josef Mikl neu gestaltet. Der Dachraum wurde zu einem modernen Pressefoyer ausgebaut. 1997 erfolgte die Wiedereröffnung.

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