Das Reiterstandbild Josefs II.
Das erste öffentliche Denkmal für einen Habsburger
Das 1795-1807 von Franz Anton Zauner (1746¬–1822) geschaffene, bronzene Reiterstandbild auf dem Josefsplatz war das erste öffentliche Denkmal für ein Mitglied der Habsburger Kaiserfamilie.
Zwar war wenige Jahre zuvor ein Reiterstandbild für Kaiser Franz I. Stephan im Burggarten aufgestellt worden, dieses war jedoch nur dem Kaiserhaus zugänglich. Das Standbild zeigt Joseph II. in der Tradition römischer Kaiser: Der älteste Sohn Maria Theresias trägt antike Feldherrnkleidung und einen Lorbeerkranz. Er sitzt auf einer Decke, Sattel und Steigbügel fehlen. Vorbild für das Denkmal war das Reiterstandbild Marc Aurels auf dem Kapitol in Rom.
Das Standbild Kaiser Josefs II. besitzt einen monumentalen quadratischen Unterbau aus Mauthausener Granit mit einem dreistufigen Podest. Auf diesem Podest steht der Sockel, umzogen von einem bronzenen Blattwerkfries. An den Stirnseiten des Sockels sind die Stiftungstafeln angebracht, sie tragen Hinweise auf Kaiser Joseph II. und den Stifter des Denkmals, Kaiser Franz II. (zugleich Kaiser Franz I). Obwohl das Denkmal 1807 enthüllt wurde, trägt es die Jahreszahl 1806: in diesem Jahr trug Franz noch beide Kaisertitel, jenen des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und den eines Kaisers von Österreich. Die Längsseiten tragen antikisierende Bronzereliefs und stellen Joseph II. als Förderer des Handels und des Ackerbaus dar.
Die Realisierung des Projektes vom ersten Entwurf bis zur Enthüllung des Denkmals dauerte über 12 Jahre. Das Modell des Denkmals, entstanden 1795, steht seit 1808 im Schlosspark Schönbrunn.