Brand Augustinertrakt 1848

Das Revolutionsjahr 1848

Ein Rückschlag für die kaiserliche Hofbibliothek

Das Jahr 1848 brachte einen bedeutenden Einschnitt in der Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie: die Revolution von 1848. Die Aufstände in Wien dauerten von 13. März bis zur Abdankung Kaiser Ferdinands I. zugunsten seines Neffen Franz, der am 2. Dezember 1848 18-jährig als Franz-Joseph I. den Thron bestieg.

Während der Auseinandersetzungen um Wien erlitten auch die Sammlungen der Hofbibliothek schweren Schaden: Als Fürst Albert zu Windischgrätz am 31. Oktober 1848 zum Gegenangriff auf aufständische Arbeiter und Studenten überging, wurde der linke Flügel der Hofbibliothek am Josefsplatz in Brand geschossen. Die Flammen am Dach des Gebäudes sind auf der zeitgenössischen Darstellung oben gut zu erkennen.

Nicht nur die wertvollen Bücher, auch die naturhistorischen Bestände der kaiserlichen Sammlungen, die bis zur Errichtung des Naturhistorischen Museums in der Hofbibliothek lagerten, waren in höchster Gefahr. Nicht alles konnte gerettet werden, da ein Großteil des Bibliothekspersonals vor den revolutionären Kämpfen in Wien geflohen war. Die Tierdepots am Dachboden der Hofbibliothek fielen dem Brand zur Gänze zum Opfer, wertvolle Sammlungen von Vogel- und Säugetierpräparaten sowie umfangreiche herpetologische Kollektionen aus der ganzen Welt waren verloren.

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