Die Restaurierung der Figur des Heiligen Ambrosius
Warum eine neue Vergoldung alt aussehen muss
Als man sich im Jahr 2009 entschloss, die barocke Skulptur des Heiligen Ambrosius in der Augustinerkirche restaurieren zu lassen, bot die Statue einen traurigen Anblick: Die weiße Glanzstuckoberfläche hatte unter vielen Schichten Ölfarbe und Lack ihren ursprünglichen Glanz verloren, sie wirkte fleckig und matt. In einigen Bereichen war sie gänzlich abhanden gekommen. Ein Finger der linken Hand fehlte, ebenso der historische Bischofsstab.
Im Zuge der Restaurierung wurde die Oberfläche zunächst gereinigt. Lose Stuckpartien wurden gefestigt, anschließend entfernte man die zahllosen Übermalungen. Für die Ergänzung der Originaloberfläche wurde der Untergrund aus Naturstein zunächst mit Gipskalkmörtel verputzt. Auf diesen Untergrund wurde die Glanzstuckmasse, bestehend aus Alabastergips und Hautleim, aufgetragen. Schließlich erhielt die Figur durch unzählige Schleif- und Poliervorgänge ihre glatte glänzende Oberfläche.
Der verloren geglaubte Bischofsstab konnte im Fundus der Augustinerkirche gefunden werden. Der kunstvolle Aufsatz des Bischofsstabes, die Krümme, fehlte jedoch. Diese wurde von einem Bildhauer aus Lindenholz neu geschnitzt und geschliffen. Die anschließend aufgetragene neue Vergoldung wurde durch dosierte künstliche Abnutzung dem Altbestand am Stab angeglichen.