Die Stifts-App jetzt mit 12 Highlights!

StiftKlbg_OestErzherzogshute_frontal_lowresDie Jahresausstellung 2016 “Der Erzherzogshut – 400 Jahre Krone für Österreich” widmet sich dem Österreichischen Erzherzogshut, der vor genau 400 Jahren an das Stift Klosterneuburg gestiftet wurde.Und pünktlich zur Eröfffnung am 4. März erhielt auch die Stifts-App ein 12. Highlight mit allen spannenden Stories zur Jahresausstellung.

Am 15. November 1616 übergab Erzherzog Maximilian III. den Hut dem Stift. Als heilige Krone des Landes sollte er immer in unmittelbarer Nähe zu den Reliquien des Landesheiligen Leopold aufbewahrt werden, und so geschieht es bis zum heutigen Tag.
Nur zur Amtseinführung eines neuen Erzherzogs durfte der Hut zur Erbhuldigung nach Wien gebracht werden. Seinen letzten offiziellen Auftritt hatte der Hut 1989 im Stift Klosterneuburg, beim Totenrequiem für Zita, der letzten Kaiserin von Österreich.
In kaum einem andern Objekt des Stiftes Klosterneuburg sind sakrale und politische Bedeutung derart eng miteinanderverwoben. Kaum ein anderes Objekt weist auch einen derartigen materiellen Wert auf – alles, was hier verarbeitet wurde, ist von erlesenster Qualität: Gold, Email, Edelsteine, Perlen, Samt und Hermelin.

Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte und Bedeutung des Erzherzoghuts. Vorgestellt werden die Stifterpersönlichkeit Maximilian III. sowie die Reihe von zehn Habsburgerregenten, für deren Erbhuldigung der Hut nach Wien eskortiert wurde. In großen Kupferstichwerken sind die Erbhuldigungen mit ihrem typisch barocken Zeremoniell außerordentlich gut dokumentiert.

Für Landtagspräsident Hans Penz, der die Ausstellung „Der Erzherzogshut – 400 Jahre Krone für Österreich“ eröffnete, ist „diese einzigartige Kostbarkeit ein Teil unserer Identität“, ein Symbol, das sakrale, künstlerische und politische Bedeutung in sich vereint, und eine gemeinsame Verpflichtung, dieses Juwel für kommende Generationen zu bewahren.

Was Penz nicht erwähnte, in der Ausstellung aber sehr wohl dokumentiert wird: dass der Erzherzogshut ursprünglich erfunden wurde, um die Machtansprüche Österreichs zu untermauern. Und die Idee dazu hatte nicht 1616 Maximilian III., sondern bereits um 1360 Rudolf IV.
Das ging so: als Rudolfs Schwiegervater, Kaiser Karl IV., in der Goldenen Bulle 1356 die Modalitäten der Wahl und Krönung der römisch-deutschen Könige festlegte, ging Österreich leer aus. Also griff Rudolf zu einer List: er legte Karl das sogenannte “Privilegium maius” vor, um seine Ansprüche, äquivalent denen der deutschen Kurfürsten, zu untermauern. Und erfand zum Privilegium, das eine Fälschung war, auch gleich eine Krone: den österreichischen Erzherzogshut. Auf einem berühmten Porträt, das lange im Wiener Stephansdom hing, ist Rudolfs mit dem Erzherzogshut abgebildet. Ob der Erzherzogshut allerdings vor 1616 real existierte, weiß man nicht.

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